Finanzkrise 2.0? US-Notenbank muss wieder die Banken retten!

Lieber Leser,

in der letzten Woche musste die US-Notenbank FED (Federal Reserve Bank) in den Interbankenmarkt eingreifen. Das Besondere daran ist, dass dieser Eingriff zum ersten Mal seit 10 Jahren und somit seit der Finanzkrise erfolgt ist!

Was ist passiert?

Es gibt einen Interbankenmarkt an dem sich die US-Banken gegenseitig Gelder leihen. Dies dient in der Regel für die kurzfristige Beschaffung von Liquidität. Der Sinn dahinter ist, dass Bank A Staatsanleihen oder andere erstklassige Vermögenswerte bei Bank B gegen einen Zins hinterlegt und dafür Geld erhält.

Dieses Geld nutzt Bank A anschließend um kurzfristige Verbindlichkeiten jedweder Art zu bedienen oder die Cash-Position in der Bilanz aufzustocken. In der Regel laufen diese Geschäfte nur einen bis wenige Tage. Der Zinssatz für diese Geschäfte orientiert sich am Leitzins der FED (aktuell 1,75 bis 2,0%).

Letzte Woche gab es offenbar ein „Problem“ und der Zinssatz zu dem sich die Banken gegenseitig Geld leihen, explodierte auf fast 10%. Ein enormer Anstieg wie der untenstehende Chart beweist.

Quelle: www.zerohedge.com


Die FED musste sofort reagieren und startete zum ersten Mal seit der Finanzkrise ihre „Overnight Repos“. Das bedeutet, dass an die Stelle wo sich die Banken gegenseitig Gelder gegen erstklassige Vermögenswerte leihen, nun die US-Notenbank tritt. Von Montag bis Freitag hat die FED jeden Tag 75 Milliarden US-Dollar an die Banken verliehen.

Während am Montag „nur“ 53,2 Milliarden US-Dollar abgerufen wurden, war es in den Folgetagen immer die volle Summe. Die FED verlängerte daher ihren Eingriff in den Interbankenmarkt bis 10. Oktober 2019!

Die große Frage: „Warum?“

Wie konnte es dazu kommen, dass in einer Welt in der Billionen in die Märkte gepumpt wurden und vor allem die US-Banken mittlerweile zu den solidesten Banken gehören was Gewinn, aber auch Kapitalausstattung betrifft, nun ein Liquiditätsengpass entsteht?

Die Begründung in den Medien, unterstützt von der FED war, dass der Termin für Unternehmenssteuerzahlungen zusammen mit einer großen Emission von US-Staatsanleihen zusammengefallen war. Dies hätte dem System viel Kapital entzogen.

Ich persönlich halte dies für Humbug, da man von den Vorständen der Wall-Street Banken einschließlich der großen Treasury und Cash Management Abteilungen erwarten kann, dass 2 Termine die über Monate bekannt sind (die Steuer fällt sowieso jedes Jahr an), man die Liquidität entsprechend planen kann. Daher bleibe ich sehr skeptisch und werde die Situation genau beobachten und Dich natürlich auf dem Laufenden halten!

Was sind die Folgen?

Angenommen die obere Erklärung der FED und der Medien wäre richtig, dann sollten sich die Repo-Geschäfte bald erledigt haben. Falls jedoch eine Verlängerung über den 10. Oktober hinaus erfolgt, könnten weitere Maßnahmen der FED die Folge sein. Dann ist auch der Kauf von Staatsanleihen (QE-Programme) wieder auf dem Tisch und sogar der direkte Kauf von Aktien und ETFs, wie es die Bank of Japan bereits praktiziert!


Mein Blick auf die Märkte:
Was hat sich bei Gold, Silber & DAX getan?

Gold: Konsolidierung abgeschlossen?

Ich bin sehr überrascht, wie stark der Goldpreis in Euro momentan ist. Dies zeugt von einer enormen Unterstützung durch die Käufer, da ein derartiger Anstieg, wie wir ihn seit Juni 2019 erlebt haben, zu früheren Zeiten massiv abverkauft worden wäre.

Die von mir in der letzten Woche erwähnte Konsolidierung könnte abgeschlossen sein. Der Goldpreis hatte Zeit zum Abkühlen und der Angriff neuer Höchststände scheint nun im Bereich des Möglichen.

Den jüngsten Anstieg über die Konsolidierungszone kann man auf jeden Fall für weitere Zukäufe nutzen, bevor es auf neue Allzeithochs geht. Dann kann es sehr schnell Richtung 1.500 Euro pro Unze gehen.


Silber: Beweis von Stärke!

Am Montagmittag, als ich diese Analyse verfasse, zeigt sich Silber deutlich stärker als Gold. Auch das Gold-Silber-Ratio (GSR) dreht wieder zu Gunsten von Silber und notiert knapp oberhalb von 82 (82 Unzen Silber = 1 Unze Gold).

Sollte es Gold schaffen auf neue Hochs anzusteigen, wird Silber ebenfalls beflügelt werden. Ein Ausbruch über 20 US-Dollar pro Feinunze eröffnet enormes Potential nach oben. Auch hier kann über physische Zukäufe auf den aktuellen Niveaus nachgedacht werden.


DAX: Erneuter Treffer bei oberer Umkehr!

Im DAX habe ich momentan eine wirklich sehr gute Prognosequalität. Nachdem ich zuvor die Umkehr gut vorhergesehen hatte, dreht der Index nun genau am Widerstandsbereich bei knapp 12.500 Punkten. Der Verlauf der letzten Tage und Wochen deutet inzwischen eher darauf hin, dass wir eine erneute Korrektur bekommen.

Wie bereits in den Monaten davor, sind die US-Märkte weiterhin sehr stabil und zeigen eine deutliche Stärke gegenüber dem deutschen Aktienmarkt. Wer regelmäßig in Aktien investiert, sollte nicht nur auf den DAX setzen, sondern sich weltweit diversifizieren. Dadurch konnte die DAX-Schwäche der letzten Monate sehr gut kompensiert werden.


Chart der Woche:
17 Billionen US-Dollar...

Derzeit notieren über 17 Billionen US-Dollar (15,45 Billionen Euro) an Staatsanleihen im negativen Bereich! Das bedeutet, dass jeder der diese Anleihen kauft und bis zur Endfälligkeit hält, weniger Geld zurückbekommt als investiert. Der untere Chart verdeutlicht anschaulich das Volumen an negativ-rentierenden Staatsanleihen.

Quelle: www.bloomberg.com


Laut meinen Recherchen gibt es weltweit etwa 60 Billionen US-Dollar an Staatsanleihen, demnach notiert momentan ein gutes Viertel im negativen Bereich und weitere Billionen mehr werden folgen.

Die USA haben aktuell noch einen positiven Zinssatz auf ihre Anleihen. Sollte die FED gezwungen sein immer weiter die Zinsen zu senken, werden auch US-Staatsanleihen negativ rentieren.

Die Chance: Fällt der Zinssatz bei Staatsanleihen, dann steigt der Kurs. Gerade bei US-Staatsanleihen gibt es noch einen weiten Weg nach unten, da die 10-jährigen Anleihen momentan noch 1,69% an Rendite einbringen. Kursgewinne sind hier vorprogrammiert.


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Bis zur nächsten Woche,

Dein Sebastian

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