Steuer-Wahnsinn 2020 - Das kommt alles auf Dich zu!
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Lieber Leser,
 

das Thema Steuern lässt mich seit mehreren Tagen nicht mehr in Ruhe. Nachdem ich im letzten Jahr noch das VideoMerkel + Scholz: Angriff auf Sparer + Aktionäre!für Dich aufgenommen hatte, in dem es um den Soli auf Kapitalerträge, die Finanztransaktionssteuer und ein Ende der Verlustverrechnung bei Aktienverlusten geht, gab es bereits wieder neue Entwicklungen!


Mein neuestes Video zu dem Thema heißtSteuer-Wahnsinn! Was Olaf Scholz JETZT plant!. Darin spreche ich über die nun geänderten Vorschriften zur Verlustverrechnung bei Aktien- UND Terminmarktgeschäften! Was ist passiert? Die unvorteilhafte Abschaffung, dass Verluste aus Aktiengeschäften, die nicht mehr eingebracht werden können (Insolvenz) wurde wieder kassiert.


Dafür kam eine neue Regelung, die vorschreibt, dass Du pro Jahr nur noch 10.000 Euro aus insolventen Aktien oder uneinbringlichen Forderungen (Anleihen) gegen Deine Gewinne gegenrechnen darfst. Da das Gesetz bereits seit 01. Januar 2020 in Kraft getreten ist, sind auch alte Verluste, die seit 2009 (Einführung der Abgeltungssteuer) aufgelaufen sind davon betroffen.


Dies ist leider ein sehr großer steuerlicher Nachteil für alle, die noch Verluste aus Insolvenzen im Depot „schlummern“ haben. Ich rate Dir dazu, Dich mit einem Steuerberater kurz zu schließen, damit Du nicht komplett auf Deinen Verlust sitzen bleibst. Doch damit nicht genug!
 

Trading in Deutschland vor dem Aus?
 

Für all diejenigen, die aktiv mit Terminkontrakten an der Börse handeln, könnte das Jahr 2021 eine Zäsur bedeuten! Ich sage bewusst „könnte“, doch darauf komme ich später noch. Der Gesetzgeber plant nun (zumindest nach aktueller Lesart), dass bei Termingeschäften Gewinne und Verluste getrennt zu betrachten sind. Es gibt somit eine Liste mit den Gewinner-Transaktionen und eine mit den Verlierern. Am Ende des Jahres wird gegengerechnet.


Angenommen Jemand hätte 50.000 Euro Gewinn erzielt und gleichzeitig 50.000 Euro Verlust, somit ein Saldo von 0. Bis 01.01.2021 bezahlt er hierauf keine Steuern, da nichts verdient wurde. Die neue Regelung ab 2021 besagt nun, dass von den 50.000 Euro Verlust nur 10.000 Euro auf die Gewinne angerechnet werden dürfen. Demnach müssen 40.000 Euro Gewinne versteuert (mit Abgeltungssteuer und Soli) werden (10.550 Euro) und das obwohl KEIN Gewinn entstanden ist!


Du kannst Dir sicher gut vorstellen, dass die gesamte deutsche Trading- aber auch Anleger-Szene in Aufruhr ist. Auch Anleger die ihre Depots absichern wollen gegen Währungsverluste, Kursrisiken, Einzelaktienrisiken und vieles mehr sind betroffen.
 

Wie ist der aktuelle Stand?
 

Stand Montag den 13. Januar 2020 gibt es verschiedene Meinungen. Ein Lager geht davon aus, dass Trading vor dem Ende steht und alles so kommt wie es im Gesetz derzeit steht. Das andere Lager zu dem ich gehöre, rechnet mit Anpassungen bzw. einer präziseren Verlautbarung wie das neue Gesetz umzusetzen ist.


Ich kenne aus meinen eigenen unternehmerischen Tätigkeiten sehr viele Behörden im Finanzbereich und oftmals sind Gesetze derart schwammig und verklausuliert, dass selbst Profi-Anwälte nicht genau wissen wie man den Text auslegt. In der Regel gibt es dann sogenannte „Ausführungs- oder Durchführungsverordnungen“ die die richtige Anwendung vorgeben oder zumindest den Interpretationsspielraum einschränken.


Hierauf müssen wir warten, ob der tatsächliche Wortlaut des Gesetzes wirklich 1:1 umgesetzt wird oder nicht. Glücklicherweise haben wir auch noch fast 1 Jahr Zeit. Ich werde Dich auf dem Laufenden halten!
 

Was kommt sonst noch?


An steuerlichen Stichen gegen uns Aktienanleger mangelt es 2020 und 2021 sicherlich nicht. Neben dem oben ausgeführten „Wahnsinn“ erwartet uns die Beibehaltung des Soli auf Kapitalerträge (gilt ab 2021). Außerdem soll die Finanztransaktionssteuer (FTS) eingeführt werden (2021 oder 2022). Olaf Scholz hat bereits angekündigt, dass nach Einführung der FTS auch eine Ausweitung auf Derivate erfolgen soll.


Außerdem wird innerhalb der SPD erwägt die Abgeltungssteuer abzuschaffen, um Aktiengewinne wieder mit dem persönlichen Steuersatz zu belasten. Insgesamt kommt in den nächsten Jahren einiges auf uns selbstständige Anleger zu, die nur versuchen der Negativzinsfalle zu entkommen und eigenständig ihr Geld anlegen. Kleiner Hoffnungsschimmer: Die SPD könnte sich vorher selbst zerlegen, dann wären viele Pläne vom Tisch. Doch was bzw. wer kommt dann?


 


Mein Blick auf die Märkte:
Was hat sich bei Gold, Silber & DAX getan?

 


Gold:
Doppeltop oder Konsolidierung?

 

Gold hat seit der letzten Ausgabe einen fulminanten Ausbruch über 1.620 US-Dollar hingelegt. Dieser wurde leider wieder abverkauft und nun notiert das Edelmetall im Bereich des früheren Widerstands bei 1.555 US-Dollar.


Ehemalige Widerstände können zu Unterstützungen werden und so ist nicht auszuschließen, dass Gold gerade Luft holt für den nächsten Angriff auf 1.600 US-Dollar. Kommt es anders, dann hätten wir ein größeres Umkehrsignal (Doppeltop + Abverkauf).
 



Silber:
GSR steigt wieder!
 

Das Gold-Silber-Ratio (GSR) arbeitet sich gerade in Richtung 87 vor. Silber wird gegenüber Gold wieder schwächer. Dies zeigt sich auch im Chart, da die Hochs von September nicht erreicht werden konnten. Unterstützung nach unten findet sich auf der Aufwärtstrendlinie bei 17,55 US-Dollar.
 



DAX:
Und täglich grüßt das Murmeltier!
 

So richtig kommt der DAX nicht in die Gänge. Es ist positiv, dass endlich neue Jahreshochs erreicht wurden, doch wenn wir uns den Weg dorthin ansehen, dann war dies alles andere als eine starke Leistung.


Nun kämpft der DAX mit seinem Allzeithoch und ich hoffe, dass der Ausbruch endlich gelingt und mehr Dynamik in den Markt kommt.
 


 


Chart der Woche:
So kauft man sich EU-Länder!

 


In einem Artikel der „WELT“ habe ich eine interessante Grafik gefunden. Untenstehend siehst Du die „erwarteten“ Einnahmen der Finanztransaktionssteuer. Ich habe „erwartet“ bewusst in Anführungszeichen gesetzt, denn in Frankreich hatte man auch große Hoffnungen und bekam nur einen Bruchteil der anfangs geschätzten Summe an Steuereinnahmen.


Doch zurück zur Grafik: Deutschland soll 1,244 Milliarden aus der Steuer einnehmen und verteilt hiervon 18 Millionen Euro um. Andere Länder tun dies ebenso, um dadurch diese Einnahmen an kleine Länder ohne nennenswerte Börsenplätze umzuverteilen.


Griechenland bekommt 10 Millionen Euro, Slowenien und die Slowakei jeweils 20 Millionen Euro, ohne überhaupt eigene Einnahmen zu generieren. Warum macht man sowas?
 

Quelle: www.welt.de


Die Erklärung auf die obenstehende Frage ist einfach. Die Umverteilung ist ein Stimmenkauf, um dadurch 10 Länder innerhalb der EU zu finden, damit eine Steuer eingeführt werden kann. Da sich Niemand finden ließ, wurden die Länder kurzerhand mit monetären Anreizen überzeugt.


 


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Bis zur nächsten Woche,

 

Dein Sebastian

Sebastian Hell | Hell-Investiert.de

 

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