Liegen die Crash-Propheten alle falsch?
Lesen Sie
 

Lieber Leser,
 

heute möchte ich Dir von einer sehr interessanten Entwicklung berichten, die meiner Meinung nach bisher total in den Medien, aber auch auf so gut wie fast allen Finanz-Kanälen untergegangen ist. Es handelt sich um die Entwicklung der TARGET2-Salden der Deutschen Bundesbank.
 

Was ist TARGET2?
 

Hier zitiere ich Dir die offizielle Beschreibung auf der Webseite der Deutschen Bundesbank:


„Bei einer grenzüberschreitenden Transaktion etwa aus Frankreich nach Deutschland (z.B. als Bezahlung eines Imports) sind daher sowohl die Banque de France als auch die Bundesbank betroffen. Zunächst belastet die in Frankreich ansässige Geschäftsbank des französischen Käufers das Konto ihres Kunden und reicht eine Überweisung an eine in Deutschland ansässige Geschäftsbank des deutschen Verkäufers in TARGET2 ein.


Die Banque de France belastet das TARGET2- Konto der französischen Geschäftsbank bei ihr und verbucht eine Verbindlichkeit gegenüber der Bundesbank. Die Bundesbank wiederum verbucht eine Forderung gegenüber der Banque de France und schreibt den Betrag dem TARGET2-Konto der deutschen Geschäftsbank gut. Diese verbucht den Geldeingang letztendlich auf dem Konto des deutschen Verkäufers.


Am Ende des Geschäftstages werden alle innertäglichen bilateralen Verbindlichkeiten und Forderungen automatisch in einem multilateralen Verrechnungsverfahren zusammengeführt und auf die EZB übertragen (Novation), sodass nur noch eine einzige Verbindlichkeit oder Forderung der nationalen Zentralbank gegenüber der EZB besteht.


Isoliert betrachtet führt die beschriebene Transaktion am Ende des Geschäftstages zu einer Verbindlichkeit der Banque de France und zu einer Forderung der Bundesbank gegenüber der EZB. Diese Forderungen oder Verbindlichkeiten gegenüber der EZB werden allgemein als TARGET2-Salden bezeichnet.“

 

Und jetzt bitte einfach...
 

Einfach ausgedrückt, wickeln die Banken Zahlungen innerhalb der EU über die Nationalbanken (bspw. Bundesbank) unter Mithilfe der EZB ab. Die Zahlungen zwischen den Nationalbanken werden über Konten bei der EZB ausgeglichen.


Steigt der Saldo einer Bank wie bspw. der Bundesbank, dann liegt das entweder daran, dass sehr viele Leute Waren aus Deutschland kaufen oder dass eine Kapitalflucht nach Deutschland stattfindet. Gleichzeitig muss für jeden Euro den der Saldo der Bundesbank zulegt, der Saldo einer anderen Nationalbank fallen bspw. Italien.


Gerade die Kapitalflucht und das Anleihenkaufprogramm der EZB haben dazu geführt, dass der Saldo der Deutschen Bundesbank einen Höchststand von 976 Milliarden Euro im Juni 2018 erreicht hat.


Viele Kritiker haben anschließend davon gesprochen, dass dies das Ende der Bundesrepublik und der EU sein wird, wenn diese Forderungen ausfallen und nicht mehr zurückgezahlt werden können!
 

Neue Entwicklungen verblüffen!
 

Völlig unbeachtet von den meisten Kritikern haben sich die TARGET2-Forderungen der Bundesbank seit ihrem Höchststand um fast 140 Milliarden Euro verringert. Der aktuelle Wert von Oktober liegt sogar auf dem niedrigsten Stand seit März 2017!


Die nachfolgende Grafik verdeutlicht, dass die TARGET2-Salden Deutschlands eventuell ihren Höhepunkt erreicht haben und nun wieder auf Normalniveaus abdrehen:

 

Quelle: www.bundesbank.de
 

Wie gefährlich ist der TARGET2-Saldo?


Darüber streiten sich viele schlaue Leute seit Jahren. Einer der bekanntesten Kritiker von TARGET2 ist Hans-Werner Sinn dessen Argumente nicht von der Hand zu weisen sind. Es gibt jedoch auch Ökonomen, die absolut keine Bedrohung in TARGET2 sehen.

 

Ich bin der Meinung, dass TARGET2 wirklich keine Bedrohung darstellt SOLANGE die EU nicht zerbricht. In dem Moment wo ein Land mit einem negativen Saldo (Italien) aus dem Euro austritt, dürften die Forderungen der anderen Länder verloren sein (vorwiegend der Bundesbank).
 

Was sagt uns der fallende Saldo der Bundesbank?
 

Ich gehe davon aus, dass vermehrt deutsche Banken Gelder die sie bei der EZB haben und die derzeit negativ verzinst werden auf andere Banken innerhalb der EU umschichten. Nachdem die EZB ein Stufenzinssystem für die Banken eingeführt hat, gibt es Freibeträge und niedrigere Negativzinsen auf bestimmte Einlagenhöhen. Dies soll die Banken im Euro-Raum entlasten.


Nun besteht jedoch das Problem, dass gerade deutsche Banken Überschussreserven bei der EZB halten aufgrund der hohen Spareinlagen im Gegensatz zu Banken anderer EU-Länder. Somit schöpfen beispielweise italienische Banken ihre Freibeträge nicht völlig aus.


Diesen Umstand nutzen die deutschen Banken, indem sie Gelder nach Italien zu italienischen Banken transferieren, die noch Freibeträge haben. Dies könnte den deutlichen Rückgang der TARGET2-Forderungen der Bundesbank im Oktober erklären.


Ich werde diese Entwicklung weiterhin beobachten. Sollten sich die TARGET2-Salden beruhigen, fällt ein wichtiges „Crash-Argument“ der „Crash-Propheten“ weg.


 


Mein Blick auf die Märkte:
Was hat sich bei Gold, Silber & DAX getan?

 


Gold:
Die Spannung steigt!

 

Der Goldpreis in US-Dollar bewegt sich in eine „Druckzone“. Zum einen dominiert der kurzfristige Abwärtstrend, zum anderen hat sich bei 1.438 bis 1.461 US-Dollar eine Unterstützungszone aufgebaut. Die nächsten Tage sollten nun entscheiden, wohin die Richtung geht.
 



Silber:
Das sieht nicht gut aus!
 

Silber ist unter Punkt „3“ der „1-2-3-Formation“ gefallen. Gleichzeitig wurde die Aufwärtstrendlinie seit Juni 2019 gebrochen. Ich sehe daher erst einmal tiefere Notierungen bei Silber voraus, sofern sich das Edelmetall nicht kurzfristig binnen Tagen deutlich erholt.


Auch das Gold-Silber-Verhältnis deutet mit einem Wert von über 88 auf eine große Schwäche bei Silber hin. Langfristig sind dies wieder Nachkaufkurse!
 



DAX:
Fehl-Einbruch?
 

Das „Rounding-Top“ welches ich Dir in der letzten Ausgabe vorgestellt hatte, wurde zunächst bestätigt. Danach hat sich der DAX jedoch wieder erholt und kämpft nun erneut mit der Marke um 13.160 Punkte.


Insgesamt sieht es noch nach einer Top-Bildungs-Formation aus, jedoch kann diese durch einen Ausbruch in Richtung 13.400 Punkte schnell aufgelöst werden. Noch ist nichts entschieden!
 


 


Chart der Woche:
Worin investieren junge Leute?

 


Der US-Broker „Charles Schwab“ führt regelmäßig Analysen seiner Kundendepots durch. Dabei wird ebenfalls untersucht in welche Werte bestimmte Generationen derzeit für ihre Altersvorsorge investieren.


In den USA wird die private Vorsorge für das Alter deutlich gefördert und daher gibt es sogenannte „401k“-Konten die steuerbegünstigt sind, solange man diese für langfristige Anlagen zur Alterssicherung nutzt.


Die neueste Umfrage förderte folgendes zu Tage:
 

Quelle: www.zerohedge.com


Millenials (Geburtsjahr: 1981-1996) sind sehr krypto-affin und haben fast 2 Prozent ihrer Anlagegelder für das Alter auf Bitcoins gesetzt. Bei den älteren Semestern wie der „Generation X“ (Geburtsjahr: 1965-1980) und den „Baby Boomers“ (1946-1964) sind keine Krypto-Währungen enthalten.


Besonders interessant für mich ist, dass offenbar keine Generation wirklich auf Gold setzt. In Deutschland dürfte dies ähnlich sein, wobei hier die meisten (leider) zusätzlich noch versuchen mit Sparkonten, Riester-Verträgen, Bausparverträgen und anderen Produkten der Nullzinspolitik zu entfliehen. Dies wird jedoch ohne Aktien nicht funktionieren!


Du kannst dazu auch meinen Podcast „Die beste Geldanlage seit 100 Jahren!“ jetzt anhören:


Hier findest Du mich bei Google Podcast (Smartphone, Tablet etc. mit Android)

Hier findest Du mich bei Apple Podcast (Apple iPhone, iPad bzw. iTunes)

Hier findest Du meinen Podcast auf Spotify


 


Meine neuesten Videos

 

 

     

 

Wenn Du Fragen hast, schreibe mir gerne jederzeit direkt
an info@hell-investiert.de. Ich freue mich auf deine Mails!



Bis zur nächsten Woche,

 

Dein Sebastian

Sebastian Hell | Hell-Investiert.de

 

Wir freuen uns über Lob, Kritik und Anregungen. Gerne kannst Du uns auch Themenvorschläge unterbreiten. Sende deine Anregungen bitte per Mail an info@hell-investiert.de
 

Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten! Hier kommst Du zu Tradesignal Online.



ONE Media Group GmbH & Co. KG, Kaiser-Wilhelm-Ring 4, D-92224 Amberg • Amtsgericht-Registergericht Amberg – HRA Amberg 2702 • Persönlich haftende Gesellschafterin: ONE Media Group Verwaltungs GmbH – Sitz Amberg • Amtsgericht-Registergericht Amberg – HRB 4023 – Geschäftsführer: Markus Müller • USt-IdNr.: DE254385090 – Inhaltlich Verantwortlicher gemäß §10 Absatz 3 MDStV: Sebastian Hell

 

Archiv | Kontakt | Datenschutz | Impressum

 

©2007 - 2019 ONE Media Group GmbH Co. KG - Alle Rechte vorbehalten.